Die innere Kündigung

In Umfragen hat Deutschland Merz schon länger und dabei so hart und gründlich gekündigt, wie es noch nie einem Kanzler oder einer Kanzlerin gekündigt hat. Im Grunde jedoch hatte Merz Deutschland bereits vor Amtsantritt gekündigt: Es ging ihm nie um Deutschland, den Wohl und Wehe von dessen Einwohnern, sondern ausschließlich nur um sich. Dass er kein Gestalter ist, zeigte sich schon im Wahlkampf überdeutlich, weil er statt Sachverstand und Argument auf das Formen und Einschwören von Feindbildern setzte. Weder Gestalter, noch Verwalter, nicht einmal ein Kenner der Materie seiend, umgibt er sich kritikschwach und naturgemäß schnell angefasst mit Hofschranzen fremder Herren, die ihre Aufgabe darin sehen, zu plündern, was noch zu plündern ist – was er als Politik verkauft. Er ist bestenfalls ein Kanzler wie ein Kündigungsschreiben an die Belegschaft nach der freundlichen Übernahme. Im Grunde jedoch scheitert gerade seine Hybris, sein Glaubenwollen Kanzler zu können, am Belastungstest der Realität. Menschlich betrachtet tragisch und doch der einzige noch halbwegs verständliche Grund, inmitten der komplexen Krisenlagen zwischen hybriden Angriffen, Klimakatastrophe und Naziwahlen vor der Türe als Kanzler wochenlang und dabei vollständig nachrichtenlos abzutauchen.