Die Hysterie

Im Sog der mittlerweile weit nach rechts offenen Union kreischt sich derzeit quer durch Feuilletons und Parteigrenzen hinweg jede neoliberale Stimme angesichts einer möglichen Regierungskoalition mit der demokratischen Linken in blanke Hysterie. Einmal eine solche bundesweite Furorwelle gegen Nazis und soziale Ungerechtigkeit, und die Nazis wären politisch wieder auf jene Schmuddelecke eingehegt, aus der sie gekrochen sind. Auch der für uns als Gesellschaft, abgesehen für Reiche und reiche Erben, grottenschlecht gealterte neoliberale Ideologiezoo namens Deutschland würde wohl schon aus lauter Angst, den Leitartiklern und den mit beängstigendem Blutdruck vom Rednerpult herabgestikulierenden Spitzenpolitikern vor die Mündung zu laufen, quasi über Nacht beginnen, an sich zu arbeiten: gerechter, anständiger, sachlicher und faktenorientierter zu werden.

Stattdessen müssen wir ertragen, wie die Union und ihre medialen wie politischen Helfershelfer sich in eine groteske Opferrolle hineinfantasieren und zeitgleich den demokratischen Laden im Interesse eines globalisierten Kapitals und jenes hier wie andernorts zur „Protestpartei“ gewordenen nützliche Idioten-Prekariats, von innen heraus sturmreif schießen.