
“Das was jetzt gerade kaputtgeht, bauen wir irgendwann ganz lässig einfach wieder auf“ – ich denke seit Tagen über diesen Satz von Markus Lanz nach. Lanz möge seinen unsäglichen Satz einfach mal in einer nahegelegenen Gedenkstätte wiederholen. Es gibt aus Gründen so viele davon in Deutschland. Vom ehemaligen KZ bis zum Stolperstein über 120.000. Denn nichts von dem was gerade in Deutschland kaputtgeht, baut man lässig und schon gar nicht einfach wieder auf. Nicht in Deutschland. Nicht mit einer AfD die offen von der gewaltsamen Entfernung eines Viertels der Bevölkerung phantasiert. Der Medienunternehmer Lanz hat schon lange für sich entdeckt, dass es sich für ihn lohnt die Spaltung, deren greifbares politisches Antlitz die AfD ist, zu reiten. Und so sitzen die AfD Stimmen gewohnheitsmäßig in seinen Talkrunden, dürfen moderationsseitig mehr oder weniger uneingehegt raushauen, was immer sie rauszuhauen haben. Und selbst wenn die AfD Stimmen nicht mit im Studio sitzen, sitzen sie mit im Studio, weil er dann deren Part gibt. Ob als quotengeile Moderationsmethode oder bereits aus Überzeugung verschwimmt bei Lanz zusehends. Vielleicht ist er der Zauberlehrling, der zum Geist wird, den er rief. Vielleicht aber gefällt ihm ja auch dieses einfach mal machen, einfach mal die Bestie vom Joch der Zivilisation befreien und Menschen rauswerfen, dieses einfach mal wieder Nazi sein dürfen. Wer weiß das schon und es ist ja auch völlig irrelavant, denn danach bauen wir es seiner Meinung nach ja ganz lässig einfach wieder auf. Wirtschaftswunder inklusive. Das ist nicht mehr dumm und geschichtsvergessen, das ist das Böse an sich.
Fassungsloser als Lanz hinterlässt mich eins ums andere Mal der Öffentlich Rechtliche Rundfunk, der mit geradezu hypnotisierter Faszination für den eigenen Untergang den Nazis Bühne um Bühne, Lanz um Lanz gibt.
